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Hundeclicker

Hundeclicker sind ein empfehlenswertes Hilfsmittel zur Hundeerziehung. Hunde bevorzugen kurze und prägnante Kommandos, die man durch die handlich kleinen Klicker einfach erzeugen kann. Ein Hundeklicker ist nichts anderes als ein Knackfrosch. Je nach Modell erfolgt das Auslösen per Knopfdruck auf einen Drucktaster oder eine Metalllasche.

Das Clicken an sich hat für Deinen Hund erstmal keine besondere Bedeutung. Daher ist es wichtig, dass Du Deinem Hund erstmal die Bedeutung klar machst.

  • Und zwar, dass das Klicken des Hundeclickers mit etwas „Gutem“, einer Belohnung, verknüpft ist.

Das Verhalten Deines Hundes ist dabei vergleichbar zu dem Verhalten der Menschen. Erinnerst Du Dich noch an das Pausenläuten in der Schule? Das Läuten der Pausenglocke in der Schule bedeutet Pause vom anstrengenden Schulunterricht und die Möglichkeit den knurrenden Magen zu füllen.

Probiere das auch mal bei Deinem Hund aus, indem Du zwanzig bis dreißig Mal hintereinander den Clicker betätigst und Deinen Hund anschließend mit einer Belohnung verwöhnst. Bei den meisten Hunden ist dann die positive Verknüpfung Click=positiv hergestellt. Am einfachen überprüfen, ob sich Dein Hund die Verknüpfung eingeprägt hat, kannst Du, indem Du klickst, während sich Dein Hund Dir abgewandt hat oder mit etwas anderem beschäftigt ist.

  • Wenn er auf das Clicken reagiert und sich Dir mit aller Vorfreude zuwendet, dann hat der erste Schritt beim Clicktraining funktioniert. Diesen ersten Schritt beim Clicken bezeichnet man auch als klassische Konditionierung.

Neben dem Hundetraining finden Clicker häufig auch im zoologischen Bereich Anwendung. So z.B. bei der Erziehung von Nilpferden oder auch Delfinen Anwendung. Solltest Du Dir mal eine Delfin-Show ansehen, kannst Du ja das nächste Mal darauf achten, ob Du Klickgeräusche wahrnimmst.


Einsatzbereiche für Hundeclicker

Generell ist der Hundeclicker universell einsetzbar. In den USA wird diese Methode bei der Hundeerziehung bereits seit Jahrzenten eingesetzt. Er ist sowohl für die Grunderziehung geeignet, als auch für etwas fortgeschrittene Kunststückchen oder Tricks.

Weit verbreitet ist der Hundeclicker auch bei Hundesportarten oder der Erziehung von verhaltensgestörten oder –auffälligen Hunden.

Da beim Hundeclicker auf jegliche körperliche Einwirkung verzichtet wird, ist diese Art der Erziehung vor allem auch bei scheuen oder ängstlichen Hunden meist äußerst effektiv.

Eine weit verbreitete Übung beim Clicken ist das so genannte Target-Training:

  • Hierbei bringst Du Deinem Hund zunächst bei, einem Target (Stock, Hand oder anderer Gegenstand) zu berühren oder zu verfolgen. Auf diese Weise kannst Du Deinem Hund z.B. beibringen, wie ein Hundeparkour zu durchqueren ist oder ihn beim Tierarzt auf die Liege oder Waage lotsen. Um Deinem Hund diese Übung beizubringen, nimmst Du am besten ein Leckerchen zwischen Zeigefinger und Daumen. Dein Hund wird schnuppernd Deiner Hand nähern. Sobald Dein Hund das Target mit der Schnauze berührt, betätigst Du den Hundeclicker und gibst ihm seine Belohnung. Wichtig hierbei ist das richtige Timing, sprich, dass Dein Hund zuerst das Target berührt und dann erst dann Leckerchen erhält. Im nächsten Schritt läufst Du mit entgegengestrecktem Target ein paar Schritte und achtest darauf, dass Dein Hund Dir bzw. dem Target schrittweise folgen muss. Schon nach kurzer Zeit wird er Dir bzw. dem Target einige Schritte folgen. Wichtig ist, dass Du die Länge der Strecke mit ausreichend Pausen dazwischen langsam steigerst.

Für wen sind Hundeclicker geeignet?

Hundeclicker sind prinzipiell für jeden Hundebesitzer geeignet. Sie sind eine gute und äußerst effektive Alternative zu schlichten Ruf-Kommandos. Nach anfänglicher Belohnung wird sich auch Dein Hund sehr schnell das Clicken einprägen. Es ist erwiesen, dass mit einem Clicker im Vergleich zu Kommandos deutlich schneller Lernfortschritte erzielt werden.


Wie ist der Hundeclicker richtig einzusetzen?

Besonders wichtig, wie bei fast allen Erziehungsmaßnahmen ist die richtige Dosierung und das richtige Timing. Auch Dein Hund wird sich die Konsequenzen seinen Verhalten gut einprägen. Dabei gilt generell, dass sich Hunde positive Ereignisse besser einprägen können, als Bestrafungen. Denn Strafe bedeutet für den Hund etwas Stress und in Stresssituationen lässt es sich bekanntlich schwerer Lernen als in positiver und angenehmer Atmosphäre. Erschwerend kann hinzukommen, dass Dein Hund nach einer Strafe so stark verunsichert und eingeschüchtert ist, dass er danach für weitere Übungen oder Aufgaben nicht mehr aufnahmefähig ist.

Weiterhin kann es vorkommen, dass Dein Hund gar nicht versteht, warum er nun bestraft wurde und die Strafe möglicherweise falsch interpretiert oder verknüpft. Im schlimmsten Fall kann dies dazu führen, dass Du Deinen Hund so arg einschüchterst, dass er im Alltag vor allen möglichen Dingen Ängste entwickelt.

  • Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das richtige Timing:

Um Deinen Hund klar zu machen, dass Du ihn für etwas belohnen möchtest musst Du blitzschnell sein.  Verhaltensstudien haben gezeigt, dass ungefähr eine Sekunde zwischen Ereignis und Deiner Reaktion vergehen sollte, damit Dein Hund eine Verknüpfung zwischen Reaktion und Ereignis herstellen kann. Mit dem Hundeclicker ist eine kurze, prägnante und reaktionsschnelle Rückmeldung an Deinen Hund möglich.

Daher präge Dir bei der Verwendung eines Hundeclickers vor allem die folgenden beiden Grundsätze gut ein:

  • Auf die richtige Dosierung kommt es an!
  • Auf das richtige Timing kommt es an!
  • Training auf Belohnungsbasis!

Was kostet ein Hundeclicker?

Vielleicht bist Du bereits im 1-Euro-Shop an einem Korb voller Hundeclicker vorbeigelaufen und hast Dich gefragt wofür diese Dinger gut sein sollen? Es sollte klar sein, dass man bei einer 1-Euro-Variante keine unendliche lange Lebensdauer erwarten darf. Deutlich mehr als 20-30 Euro sollten Sie aber auch nicht kosten, denn meist verbirgt sich nicht viel mehr als ein einfacher, mechanischer Clickmechanismus dahinter. Durchschnittlich bewegen sich Hundeclicker im 1-stelligen Eurobereich.


Worauf solltest Du bei der Anschaffung eines Hundeclickers achten?

  • Höchste Priorität hat, dass der Hundeclicker gut in der Hand liegt, damit Du ihn möglichst einfach und flink betätigen kannst.

Praktisch sind Varianten, die sich über eine Öse oder Schlaufe am Armband, einem Halsband oder einem Zipper befestigen lassen. Dadurch kannst Du den Hundeclicker körpernah transportieren ohne ihn die ganze Zeit in der Hand halten zu müssen.

Viele Hersteller haben Halsbänder, Armbänder oder auch Zipper bereits als Zubehör der Verpackung beigefügt. Weiterhin solltest Du darauf achten, dass die Betätigung um das Klick-Geräusch zu erzeugen, einfach möglich ist und sowohl blind als auch mit einer Hand erfolgen kann. Das Klickgeräusch selbst sollte laut, deutlich und unverwechselbar sein.


Welche effektive Alternativen zu Hundeclickern gibt es?

Alternativen sind:

  • Zungenschnalzen,
  • ein Pfiff,
  • einen Elektropieper oder
  • ein kurzes, prägnantes Code-Wort, das Du im Alltag nicht so häufig verwendest.
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